Pfadfinden in Deutschland: 
Einsatz für den Frieden ausgezeichnet 


Münster/Westfalen. Am Samstag, den 14. Juli 2018 wurde der Internationaler Preis des Westfälischen Friedens feierlich verliehen. Die Ringe deutscher Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände (rdp) sowie die Baltischen Staaten erhielten den Westfälischen Friedenspreis.

Foto: rdp / Christian Schnaubelt

Das alltägliche Engagement von rund 220.000 Pfadfinderinnen und Pfadfindern in Deutschland wurde von der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL) geehrt und mit dem Internationale Preis des Westfälischen Friedens ausgezeichnet. „Als die weltgrößte Jugendbewegung will das Pfadfinden zu einer friedensorientierten Entwicklung junger Menschen beitragen, damit diese sich als verantwortungsbewusste Bürgerinnen und Bürger in der Gesellschaft engagieren können“, so Dr. Benedikt Hüffer, der stellvertretende Vorsitzende der WWL. „Mit gemeinsamen Werten wie dem gleichberechtigten Zusammenleben, der Toleranz gegenüber anderen, aber auch dem Respekt vor der Umwelt baut das Pfadfinden auf dem Ideal auf, dass alle Menschen in Frieden miteinander leben können.“

Die Laudatio auf Pfadfinden in Deutschland hielt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet und bezeichnete dabei die Pfadfinderinnen und Pfadfinder als „Vorbilder, die die Ideale einer friedlichen, toleranten Welt verkörpern“. Der Ministerpräsident betonte, dass es heute mehr denn je von Bedeutung sei, füreinander einzustehen und aufeinander aufzupassen. „Was wäre das für eine Welt, wenn sich jeder an die Grundsätze der Pfadfinderinnen und Pfadfinder halten würde?“

„Es ist eine große Ehre für uns und die gesamte Pfadfinderbewegung eine solche Anerkennung zu bekommen“, so die rdp-Vorsitzende Ylva Pössinger. Sie vertrat zusammen mit den Vorsitzenden Anna Sauer, Thomas Kramer und Sebastian Köngeter die Ringe deutscher Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände bei der Preisverleihung im westfälischen Münster. Auf der feierlichen Zeremonie haben im Beisein von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vier aktive Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus verschiedenen Teilen Deutschlands stellvertretend den Preis entgegengenommen: Lina Graumann, Rebekka Jaumann, Lena Simosek und Jakob Westarp.

Der Internationale Preis des Westfälischen Friedens wird alle zwei Jahre, in diesem Jahr zum 10. Mal verliehen. Zu den Preisträgern gehören Persönlichkeiten wie Helmut Kohl, Václav Havel und Carla del Ponte sowie die Sternsinger und die Gemeinschaft junger Malteser.

Das Pfadfinden hat sich seit seiner Gründung 1907 zur größten Jugendbewegung der Welt mit über 40 Millionen Mitgliedern entwickelt. Das erste Pfadfinderlager führte Baden-Powell, ein britischer General, auf der englischen Insel Brownsea Island durch. Nachdem anfangs die „Abenteuer“ draußen in der Natur klar im Vordergrund standen, wurden über die Jahre in den verschiedenen Altersstufen auch Werte wie Solidarität, Toleranz und Völkerverständigung immer wichtiger. Heute leisten die Pfadfinderinnen und Pfadfinder durch gelebte Demokratie und internationale Begegnungen einen nachhaltigen Beitrag für den Frieden.

Gründer Lord Robert Baden-Powell sagte einst: „Eine Schwierigkeit hört auf, eine solche zu sein, sobald ihr darüber lächelt und sie in Angriff nehmt.“ Die Herausforderung, Frieden auf der Welt zu schaffen, besteht für die Pfadfinderinnen und Pfadfinder folglich darin, dauerhaft dafür zu arbeiten und das Ziel trotz aller Hindernisse nicht aus den Augen zu verlieren. Beispielhaft hierfür verteilen Pfadfinderinnen und Pfadfinder seit 25 Jahren in der Adventszeit das Friedenslicht aus Bethlehem an „alle Menschen guten Willens“.

In Deutschland bündeln die Ringe deutscher Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände die gemeinsamen Interessen ihrer Mitglieds verbände mit rund 220.000 Mitgliedern. Dem „weiblichen“ Ring gehören die Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG), der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) und der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) an. Zum „männlichen“ Ring zählen die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG), der VCP und der BdP. Eingebettet sind die deutschen Ringe in die Strukturen der beiden Weltorganisationen – World Association of Girl Guides and Girl Scouts und World Organization of the Scout Movement.

Weitere Informationen über den rdp und seine Mitgliedsverbände gibt es auf der Webseite:
www.pfadfinden-in-deutschland.de.

Fotos von der Preisverleihung am 14. Juli 2018 in Münster:

rdp / Christian Schnaubelt
rdp / Christian Schnaubelt